März 2025
Dass man bereits im März an der Kopfkraxe klettern kann, und zwar ohne dass einem
Wasserfälle an schmelzendem Schnee entgegenkommen, ist zumindest für mich eine absolute Premiere.
Dass ich bereits im März konditionell überhaupt in der Lage bin an der Kopfkraxe zu klettern ebenso.
Und während ersteres einen schalen Beigeschmack hat ( Tiroler Winter –wtf!) freut mich letzteres außerordentlich, denn ausnahmsweise habe ich die Wintermonate nicht für die Ansammlung von Kekskilos genutzt sondern zur körperlichen Ertüchtigung jeglicher Art, was sich scheinbar gelohnt hat.
Den Zustieg machen wir legaler Weise diesmal ohne E- Bike (erst ab April erlaubt), bis zur kleinen Hütte oberhalb des Forstwegendes haben wir keinerlei Schneekontakt. Danach gibt’s nur ab und zu Schneefelder in den schattigen Abschnitten.
Der Wasserfall existiert (noch) nicht, man kann sich wahrscheinlich darauf einstellen dass er heuer eher ein kurzes Dasein fristen wird. Nach ein paar steilen Minuten wird es dann doch etwas winterlicher, aber bis ins Schneekar kann man dem Schnee gut ausweichen, dann geht’s hinüber zur Wand, zum Glück ist das Schneefeld noch hart und so kommen wir trocken unterhalb des Einstiegs an.
Hier deponieren wir unser überflüssiges Zeug, und nach ein paar Metern über den schrofigen Vorbau stehen wir beim Einstieg.
3 6+ Stellen gibt es, und eine wartet gleich in der ersten Länge. Sieht von unten nicht schwer aus, aber die kurze Querung ist steiler als vermutet und als Kaltstart nicht so ganz optimal. Dafür gibt’s danach zwei feine 5er – Längen, die zweite davon nette Wasserrillenkletterei. Nach einer kurzen Verbindungsgraslänge wird’s ernster. Wieder 6+, wieder unguter als erwartet einen kurzen Überhang hinauf, danach wird’s etwas leichter.
Die folgenden 6er Längen sind schön und auch für mich gut zu klettern, vor den beiden Schlusslängen machen wir Pause weil wir richtig gut in der Zeit liegen.
Zum Glück liegen wir richtig gut in der Zeit, denn die vorletzte Länge ist mit Abstand die schwerste der Tour und die Schlüsselstelle auch nicht wirklich gut abgesichert. Auch Sprinter plagt sich und kann zwar zwei Friends unterbringen, klettern muss man die Stelle aber trotzdem – die Länge kostet uns richtig viel Zeit weil auch ich im Nachstieg ganz schön zu kämpfen habe. Die letzte Länge ist dann nur am Anfang etwas knifflig.
Abstieg: es gibt einen neuen Schnellabstieg den man auch nutzen soll. Wenige Meter unterhalb des Ausstiegs ist der Abseilstand. Nach zweimal abseilen quert man an einem Drahtseil kurz hinüber, steigt eine Wiese ab und seilt noch zweimal ab. Der Abstieg ist sehr gut mit allerlei Rot markiert (Punkte, Pfeile…) und ist laut Sprinter mit der schneegefüllten Rinne sogar einfacher als ohne.
Nun nur noch um die Ecke Richtung Einstieg, mittlerweile ist der Schnee natürlich weich, was etwas mühsam ist, und den Zustiegsweg retour.
Fazit: eine wirklich nette Kopfkraxensaisoneröffnungstour. Wir haben von Auto zu Auto 10 Stunden gebraucht (inklusive ein paar Päuschen), was die Tour etwas später im Jahr zu einer relativ chilligen Tagestour macht. Der Schnellabstieg ist gut zu finden, braucht aber trotzdem etwas Zeit. Einen 6er sollte man gut klettern damit die Tour ein Genuß ist, und zwar wegen der drei 6+ Stellen. Obwohl ich den Rest der Tour gut klettern konnte wären diese Stellen für mich im Vorstieg nicht machbar gewesen. Die Stellen sind zwingend zu klettern. Doppelseil zum Abseilen notwendig. Kleines Friendssortiment hilfreich.
Fazit Sprinter:
Tolle Tour mit toller Partnerin. Großteils ist der Fels herrlich fest und rau wie Schleifpapier. Meist gut gesichert – in der vorletzten Länge wäre ein Haken höher oder niedriger durchaus angenehm – so ist die schwerste Stelle (nur Seitgriffe für rechts) direkt vor der Sicherung. Immer wieder wirklich lässige Passagen. Insgesamt eine der leichtesten Kopfkraxen-Touren. Deutlich schöner als der Opa-Highway. Danke fürs Mitnehmen! J
Topo: bergsteigen.com
Mai 2020
Zwei Wochen nachdem uns der Regen quasi von der „RWI“ in die „Entdeckungsreise“ gespült hat stehen wir schon wieder am Wandfuß. Ja, Sturheit ist durchaus eine Eigenschaft die uns als Seilschaft verbindet! Heute sind die Verhältnisse perfekt und wir sind daher auch nicht allein in der Tour, aber die Seilschaft weit über uns klettert offensichtlich behutsam genug um uns nicht mit Steinen zu bombardieren.
Der Einstieg (mittlerweile übrigens ohne Schild) ist ausgesprochen beengt; Kletterzeug sollte man besser ein paar Meter weiter unten anziehen.
Die erste Länge besteht im wesentlichen aus einer Querung, die zwar schwerer ist als sie von unten aussieht, allerdings rückblickend auch leichter als sie sich mittendrin anfühlt. Der Fels ist hier kompakt und rau was das Queren doch etwas angenehmer macht.
Mittlerweile haben wir Nachfolger bekommen, die uns zwar gemütlich aber nicht langsam hinterherklettern, somit habe ich netterweise immer Gesellschaft am Stand.
Länge zwei ist so ziemlich genau die Art von Kletterei die ich momentan brauche: leicht, rauer Fels, dazwischen Schrofenkraxelei und Wasserrillenplatten ohne Wasser – super! Ähnlich geht es danach weiter und auch in der Schlüsselseillänge ist es nur kurz schwer (rund um den dritten Bohrhaken).
Danach traue ich mich auch mal denn es scheint, als wären hier die 5er wenig kaiserlich bewertet. Ist auch so, nur ganz am Anfang dieser Länge muss eine Expresse als Griff herhalten.
Die 6. Länge startet mit einer steilen, sehr seltsamen Passage die für mich die bei weitem schwerste der Tour ist. Der Vorsteiger unserer Nachsteiger ist galant und hängt seiner Partnerin eine lange Schlinge in den dritten Bolt (nachdem er mit minutenlang beim Kampf mit dem Überhängchen zugesehen hat). So kann man die Stelle offenbar gut entschärfen.
Nun sind wir auf dem großen Grasband, irgendwo hier sollte sich auch die Abseilpiste befinden (wir haben sie weder gesucht noch gefunden). Zeit für eine Pause, wir lassen die andere Seilschaft vor.
Danach bin ich mutig und steige noch mal vor. Eine sehr interessante Länge... erst gemütlich, dann kommt eine kuriose Passage mit einer fast horizontalen Platte, ein Minikamin und einige steile, grasig – felsige Meter in denen ich mir ehrlich gesagt das erste Mal einen zusätzlichen Bolt gewünscht hätte. Selber absichern muss man in der gesamten Tour sonst zwar nicht wirklich, es ginge aber meistens auch gar nicht.
Während Sprinter nachsteigt kommt uns die andere Seilschaft abseilenderweise schon wieder entgegen.
Die letzte Länge klettern wir abwechselnd (Sprinter rauf, ich lass ihn runter, ich toprope rauf, er lässt mich runter) da man die letzten zwei Längen, ungeachtet der Abseilvariante, sowieso wieder abseilen muss.
Wie beschließen, wieder über die Entdeckungsreise abzuseilen. Erstens aus Rücksicht auf die andere Seilschaft, zweitens, weil die ominöse Abseilpiste offenbar gut versteckt ist und drittens, weil wir ein 70m Einfachseil haben, was laut der Abseilbeschriebung vom Wilden Kaiser Kletterführer leicht ausreichen würde (max. 30m Abseiler), laut bergsteigen aber nicht. No risk no fun gilt beim Abseilen nicht.
Am Grasband kann man gut zur Entdeckungsreise hinüberqueren und mit dem Einfachseil kommt man, bis auf die lange Länge (hier Zwischenstand am Bolt machen) gut hinunter.
Fazit: hat mir richtig gut gefallen! Eine Wohlfühltour, fast nie richtig schwer, in den kompakten Passagen ist der Fels rau, die weniger kompakten sind zu verschmerzen; Zu- und Abstieg verglichen mit den Kopfkraxentouren human. Zwei Wermutstropfen: die nicht ganz klare Abseilsituation und der Steinschlag, der, trotz vorsichtiger Mitkletterer, auch diesmal präsent war. Den Gemsen ist es halt ziemlich egal, ob da grade wer in der Wand ist, und was sie da lostreten ist oft so groß, dass auch der Helm im schlimmsten Fall nichts mehr nützt. Ansonsten: empfehlenswert!
Fazit-Sprinter: in der ersten Länge hat man Kaiser-Reibereien vom feinsten. Glatt auf den ersten Blick – beim genaueren Hinsehen löst sich alles wunderbar auf. Augen auf gilt auch bei einer Passage in Länge zwei. In der letzten Länge dann noch eine sehr interessanten Querung – fertig. Richtig schöne und auch sehr gutmütige Tour mit sehr angenehmer Absicherung – zusätzliches Material nicht notwendig. Hat mir von den Touren an der Multerkarwand am besten gefallen. Lohnt!
Topo: Kletterführer Wilder Kaiser oder bergsteigen.com
Mai 2020
Warum klettert man eine patschnasse Tour im Kaisergebirge bei Nieselregen?
Vielleicht weil man:
- dem Wetterbericht geglaubt hat (sonnig, im Laufe des Nachmittags Regen möglich)
- um halb sechs (an einem Sonntag!) aufgestanden ist (trocken)
- eine Stunde mit dem Auto gefahren ist (paar Tröpfchen)
- eine Stunde zugestiegen ist ( Nieseln)
- eine halbe Stunde unter einem tropfenden Baum auf die vom Regenradar
versprochene Wetterbesserung gewartet hat (Schnürlregen)
- schließlich durchnässt und verfroren 20 Minuten mühsam zum Wandfuß
aufgestiegen ist (paar Tröpfchen)
- dort unter einem Felsvorsprung immer noch auf Wetterbesserung gewartet hat
(leichtes Nieseln)
- dann die Entscheidung „einsteigen“ aus purer Ratlosigkeit fällt (immer noch leichtes
Nieseln)
Geplant war ja die RWI, aber es ist klar dass bei diesen Bedingungen maximal eine leichte Tour überhaupt machbar ist.
Die Entdeckungsreise ist auch ganz in der Nähe der RWI; es ist die rechteste Tour in der Wand. Den Rucksack lassen wir beim Einstieg, da bleibt er wenigstens trocken.
Es ist bitter, diese Tour wäre wie geschaffen für mich, aber ich muss einsehen dass „tropfender Fels“ ein komplett neuer Schwierigkeitsgrad für mich ist. Wir hoffen dass wir überhaupt ein paar Meter klettern können sodass vorerst Sprinter vorsteigt.
Die erste Länge ist unten trocken da unter einem Felsvorsprung, oben kommt dann eine geneigte Wasserrillenplatte die ihren Namen grade sowas von verdient hat. Das Magnesia haben wir sowieso im Rucksack gelassen, auf Reibung ansteigen kann man auch vergessen. Die Passage ist mit 5 bewertet, für Kaiserverhältnisse ausgesprochen leicht; ich bin mir sicher dass ich sie trocken ohne Probleme klettern könnte, aber nass ist es unmöglich.
Es folgen zwei 3er Längen die ganz nett sind, aufpassen muss man aber nicht nur wegen der Nässe sondern auch weil hier nur ungefähr jeder zweite Stein bombig hält.
Die Schlüsselseillänge ist, juhu, eine Wasserrillenplatte....
Es ist immer noch fetznass, tröpfelt aber nur mehr leicht und am Himmel gibt es Stellen wo die Wolken nicht mehr ganz so dicht sind.
Bis jetzt haben wir uns eigentlich ganz gut geschlagen und die Platte scheint gut abgesichert zu sein.
Zwar schafft es Sprinter diesmal auch nicht ohne Schummelei , aber auch diese Stelle wäre trocken absolut schaffbar.
Am Stand registrieren wir erfreut dass nun auch endlich das Tröpfeln ein Ende hat, ich hoffe auf ein paar sonnige Minuten, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Nun kommt eine 4er Länge, sie ist kurz, steil, feucht, aber immerhin mit besserem Fels als die leichten Längen unten. Die 2er Länge danach darf endlich ich vorsteigen. Kurze Miniwasserrillenplatte mit einem Bolt, dann gerade hinauf über ein schrofiges Band. Den Stand finde ich mehr durch Zufall, er ist oben wo schon wieder Kletterei gefragt ist. Nicht unbedingt ganz logisch, mir aber egal denn während ich die Länge klettere passiert das Wunder: die Wolken reißen auf, und binnen Sekunden steigen die Temperaturen gefühlt um 20 Grad. Das zweite Wunder: hier ist der Fels so trocken als wäre nie was gewesen. Sehr schräg.
Sprinter steigt nach, hinter ihm ein Nebelmeer das uns noch eine Weile begleitet.
Die letzten zwei Längen entlohnen uns für die nassen Stunden davor: zwei 5er Längen, die erste noch leichter, die zweite sehr anhaltend 5+, trockener, meist kompakter Fels, strahlender Sonnenschein, Herz was willst du mehr?
Abstieg: vom letzten Stand sieht man einen Bohrhaken der Ausstiegslänge die zum Fußabstieg führt. Der kommt für uns aber nicht in Frage da auch die normalen Schuhe im Rucksack sind (wir hätten ehrlich gesagt gar nicht gedacht dass wir so weit kommen....). Der Fußabstieg ist unter normalen Umständen sicher die zwar längere, steinschlagtechnisch aber empfehlenswerte Variante.
Aus genannten Gründen seilen wir ab, und zwar über die Tour, was ausschließlich nur dann eine Option ist wenn sicher niemand in der Tour und im Einstiegsbereich ist. Der Berg verliert auch ohne Zutun genug Steine, man sollte hier wirklich kein Risiko eingehen. Es gibt zwar unten dann eine eigene Abseilpiste (für RWI, Entdeckungsreise und Kunterbunt), aber da wir sowieso zum Einstieg müssen bleiben wir in der Tour. Es ist etwas mühsam, die ersten Längen seilen wir Stück für Stück ab weil der Verlauf nicht schnurgerade ist und wir beim Seilabziehen auch nicht wieder ein Stück Seil opfern wollen wie in der „Lederle“, die letzten 5 Längen gehen dann ganz gut.
Fazit: Das Nassklettern war eine ausgesprochen interessante Erfahrung. Immerhin sind wir jetzt gut vorbereitet falls wir einmal in ein Gewitter kommen und ungewollt bei Regen klettern müssen. Die Entdeckungsreise wäre eine Tour ganz nach meinem Geschmack; nicht zu schwer, mit ein paar alpinen Passagen und doch recht gut abgesichert. Der Fels trocknet offenbar enorm schnell; beim Abseilen war der untere Teil, der beim Klettern geschwommen ist schon total trocken. Ich würde bei einer Wiederholung wohl eher den Fußabstieg gehen, der das Gesamterlebnis sicher besser abrundet als die Abseilerei.
Für mich eine nette Tour, weniger anstrengend als alles andere was ich in diesem Gebiet kenne.
Einziges richtiges Manko: der Steinschlag, der uns schon beim Zusteigen einen fußballgroßen Brocken vor die Füße geworfen hat.
Fazit-Sprinter: Bei normalen Bedingungen würde ich in diese Tour nicht einsteigen. So war es ein Alternativ-Programm zum „auf schönes Wetter warten ...“. Dafür durften wir abseilen :-) Auch wenn es anders klingt: der Fußabstieg ist nur für Menschen die wirklich gerne gehen – ist noch ein ganzes Stück! Als lohnend würde ich diese Tour nicht beschreiben – für uns war es aber aus den genannten Dingen ganz O.K. - und schaden kanns ja auch nicht, wenn man klettern auf pitschnassem Fels zumindest ein bisschen gewohnt ist. Dafür war extremst wenig los – wir sahen eine Seilschaft zusteigen und einen Wanderer – das muss man in diesem Gebiet mal schaffen!
Topo: markus-stadler.de
September 2019
Dass ich in den Genuss des „Opa Highway“ komme liegt daran dass wir unsere ursprünglich geplante Tour, die „Clear Water“, nach der ersten Länge abbrechen (was wiederum daran liegt dass ich schon in dieser 5er Länge komplett schlappmache....).
Alle anderen machbaren Touren an der Kopfkraxe hatten wir schon, bleibt nur der „Opa“, den Sprinter schon kennt.
Die ersten zwei Längen steige ich vor (und nur diese), es sind zwei Längen die trotz der niedrigen Schwierigkeiten untypisch gut gesichert sind. Danach gebe ich ab an Sprinter weil ich mir Kaiser - 5er einfach noch nicht zutraue. Und davon kommen jetzt bis zur Schlüssellänge immerhin 6 Stück.
Sind sind allesamt verhältnismäßig (d.h. für Kaiser - Verhältnisse) leicht und ebenfalls gut gesichert, es gibt aber in fast jeder Länge zumindest eine Passage die ein bisschen kniffliger ist.
In der 3. ist es ein glatter Meter hinauf zur Kante.
In der 4. ist nichts knifflig, die plattige Rampe klettert sich gut.
Die Rampe in der 5. Länge wiederum ist verdammt brüchig, was hier im Grunde die Schwierigkeit ausmacht.
Die 6. Länge ist lang und bietet ein buntes Sammelsurium an Herausforderungen. Erstmal Grasgelände, durchsetzt mit brüchigem Fels, dann immer steiler werdend hinauf (bissi anstrengend) und anschließend queren nach rechts (nicht sooo schwer).
Ähnlich Länge 7, noch etwas steiler aber großgriffig, dafür ist die Querung nach rechts diesmal wirklich ein bisschen mühsam.
Kurze Länge 8, mit etwas steilem Start und wieder einer kurzen Linksquerung, dann kommt die Schlüsselseillänge.
Nach 8 Längen (inklusive der Clear Water Länge sogar 9) bin ich nicht nur aufgewärmt sondern eher schon ein bisschen ruhebedürftig.
Aber: ich fokussiere, allein schon deswegen, weil ich auf keinen Fall wieder den Rampenkoller bekommen will. Allerdings muss man sagen dass man von der Rampe gar nicht so viel merkt, je weiter nach oben desto mehr gilt: piazen an der Schuppe. Es wird immer steiler und glatter, aber mit Einsatz meiner letzten Muskelkraft komme ich bis zur Kante, dann muss man ganz kurz nach rechts queren und hier ist auch die schwerste Stelle. Zum Nachsteigen machbar, vorsteigen kann ich mir hier überhaupt nicht vorstellen, da fehlt einfach ein Hauch Struktur am Fels.
Fokus ist auch am Stand gefragt, der ist nämlich unbequem und ausgesetzt, da starre ich mal lieber nur den Fels vor mir an.
Schlüssellänge vorbei, Schwierigkeiten noch lange nicht. Auch in der nächsten Länge heißt´s Zupacken, die Sicherungen sind hier auch gleich mal deutlich dünner gesät als davor und steil ist es immer noch.
Dann stehen wir am Pfeilerkopf (was jetzt dramatischer klingt als es ist), 10 Längen haben wir hinter uns, zwei kommen noch und unglücklich bin ich nicht gerade dass wir uns dem Gipfel nähern.
Jetzt geht´s eine steile Kante hinauf, nicht wahnsinnig schwer aber schon schwerer als die Viererlänge am Anfang (oder mir geht einfach die Kraft aus).
So, endlich die Ausstiegslänge. Wie sehr sich so eine Tour ziehen kann! Aber nicht mal in der letzten Länge ist richtig Zeit zum Durchschnaufen. Queren ist die Devise. Kurz hinauf und dann hinüüüüüber. Gefühlt queren wir die halbe Wand, meist leicht, nur am Anfang und am Ende (speziell da) ist es schwieriger. Der allerletzte Meter ist glatt, man kann also durchaus sagen dass die Tour bis zur letzten Sekunde geklettert werden will.
Abstieg: vom Ausstieg ein paar Meter nach oben (noch am Seil in meinem Fall), dann die Wiese nach rechts queren (im Abstiegssinn) bis man auf den Wanderweg trifft. Immerhin spart man sich so den obersten Teil des ziemlich unsympathischen Abstiegs.
Fazit: wer die Kopfkraxe konditionell und klettertechnisch im Griff hat wird mit den anderen Touren mehr Freude haben. Der Fels ist im Opa Highway nämlich deutlich schlechter als im Rest der Wand, dafür ist die Absicherung aber auch deutlich üppiger. Zum „Herantasten“ an die Kopfkraxe eignet sich die Tour aber recht gut weil sich die Schwierigkeiten in Grenzen halten und man eigentlich nichts selber absichern muss. Die 12 Längen ziehen sich... (fast) nie ganz schwer, aber eben auch fast nie ganz leicht. Alles in allem eine „okay“ Tour, vorausgesetzt man kann mit brüchigem Fels umgehen.
Fazit Sprinter: wenn man schon alles gemacht hat … geht man besser eine andere Tour zum zweiten mal. In dieser Wand in die einzige Tour mit nur einer Länge schönen Fels einzusteigen ist fast ne Schande. Super gesichert, die Standplätze gut positioniert und die Schlüssellänge ist echt gut – das wars dann aber auch schon. Lohnt nur (ganz) wenig.
Topo: bergsteigen.com
Oktober 2018
Die Kopfkraxe oberhalb von Scheffau – fast schon heimelig fühlt es sich an als wir uns an einem perfekten Oktoberwochenende aufmachen um die „Gemini“ zu klettern. Mit 7+ zwar einen Tick zu schwer für mich, trotzdem habe ich ein gutes Bauchgefühl. Der Oktober ist, wenn das Wetter passt, eindeutig der beste Monat für die Touren dort. Die Schneefelder sind endgültig weg, die südseitige Ausrichtung beschert angenehme Temperaturen (im Sommer ist es wie in einem Backofen) und die Länge der Touren ist genau tagesfüllend.
Das wissen nicht nur wir, dutzende Wanderer und Kletterer machen sich vom Parkplatz auf. Es gibt hier zwar deutlich weniger Touren als im Gebiet rund ums Stripsenjoch, trotzdem hoffen wir dass wir die Gemini für uns allein haben. Haben wir nicht, zwei junge Burschen haben den gleichen Plan, wir lassen sie vor und das passt ganz gut, wir kommen uns nicht in die Quere. Alle anderen verteilen sich rücksichtsvoll auf die umliegenden Touren.
Der Einstieg in die Gemini ist rechts neben der Romantica oberhalb einer leichten Rampe. Besser zieht man sich noch unten an. Die erste Länge ist gleich mal eine 7- und außerdem noch im Schatten. Mein Ziel ist, die 6er sauber zu klettern, in den 7er Längen schummle ich mich also ohne schlechtes Gewissen nach oben. Es folgt eine kurze, leichte 5- und anschließend eine lange und durchwegs fordernde 6. Nach einer Gehlänge kommt eine 4 und wieder eine leichte 2er. Nun steht man vor den Verschneidungslängen, so beängstigend schaut das gar nicht aus. Man startet mit einer gut gesicherten 5+, dann kommt die Schlüsselseillänge. Kurz, gut gesichert und nach oben, so ist sie auch für schwächere Nachsteiger (mich zum Beispiel) gut machbar. Die folgende 6er quert um die Ecke und geht dann über einige plattig – bauchige Passagen. Ich finde in dieser Tour die 6er anstrengender als die zwei 7er, weil sie lang und anhaltend schwer sind. Hat man die geschafft ist auch der schwerste Teil der Tour vorbei. Eine weitere Schrofenlänge und dann zwei 5er, der zweite geht sehr fotogen über eine luftige Kante. Man steht nun sehr exponiert auf einem Pfeiler, die nächste Länge führt über den kurzen Grat und dann hinauf. Die letzte Länge, eine 3, ist spürbar die Ausstiegslänge. Deutlich brüchiger als der Rest der Tour geht es zum letzten Stand, einige Meter weiter oben (vom Stand linkshaltend) ist das Wandbuch.
Abstieg: vom Wandbuch einige Meter hinauf, am besten quert man dann waagrecht nach links bis man auf den Abstiegsweg trifft. So ist der obere Teil etwas kürzer. Den unsympathischen Steig nach unten folgend bis zum Wasserfall dauert es eine knappe Stunde, eine weitere Stunde bis zum Parkplatz.
Fazit: Endlich mal wieder eine Tour die perfekt funktioniert hat! Für mich fast die schönste Tour dort, durch die abwechselnd schweren und leichten Längen auch weniger kraftraubend als befürchtet. Die Absicherung ist gut, gelegentlich sind Schlingen hilfreich, Friends haben wir nur zweimal gebraucht. Super Herbsttour in einer traumhaften Umgebung!
Tipp: um diese Jahreszeit sollte man sich auf den Wasserfall als Wasserspender nicht mehr verlassen, bei uns war er staubtrocken.
Topo: bergsteigen.com
Mai 2018
Der Sonnenpfeiler am Wilden Kaiser ist unsere erste „richtige“ Tour nach der Winterpause. Den Zeitbedarf laut Topo (8,5 Stunden) runden wir gleich großzügig auf insgesamt 11 Stunden auf – Kaisertouren können tückisch sein und sind üblicherweise knackig bewertet. Aber in einer Jahreszeit in der es bis fast 22 Uhr halbwegs hell ist kann man ja auch lange Touren entspannt klettern.
Wir starten um 6 Uhr früh von Innsbruck und brauchen exakt eine Stunde bis zum Jägerwirt in Scheffau. Dort am Parkplatz wird uns schnell klar dass wir heute eher nicht allein sein werden. Egal, es wird sich schon alles halbwegs verteilen (hoffen wir). Den Zustieg kenne ich mittlerweile gut, er startet auf einem Forstweg und wird nach oben hin immer steiler und anstrengender und endet, diesmal noch, in einem Schneefeld, das aber nicht steil und gut passierbar ist.
Zeitcheck am Einstieg: 9:15 Uhr – perfekt! Ich bin ziemlich stolz auf mich, immerhin heißt das ich habe über den Winter nicht viel von meiner Kondition eingebüßt. Sprinter schaut zwar wieder mal
so als hätten wir für den Zustieg 4 Stunden gebraucht aber das kenne ich ja schon. Am Einstieg ist bereits eine Pärchenseilschaft, rund um uns herum wuselt es nur so, der Kraxengrat nebenan ist
besser besucht als ein Hausarzt zur Grippezeit. Liegt sicher daran dass Wochenende ist, der eher längere Zustieg zieht nämlich normalerweise nicht solche Massen an. Wir richten uns her und warten
bis die Nachsteigerin ein Stück oben ist. Ich schaue ihr zu und ordne sie gedanklich meiner Kletterliga ein. Es ist zwar nie angenehm jemanden vor sich zu haben, aber wenn sie unser Tempo
klettern ist es kein Problem und wir brauchen dann zumindest nicht großartig nach der Tour zu suchen. Zwischenzeitlich trudeln zwei Tschechen ein die ebenfalls den Sonnenpfeiler gehen wollen. Ok,
die zweite Seilschaft von drei zu sein ist jetzt nicht so meins, ich mag es nicht wenn mir jemand buchstäblich am Hintern klebt, aber vielleicht löst sich ja alles gut auf.
Ich darf heute den großen Rucksack tragen. Man könnte zwar den Rucksack am Wasserfall deponieren, da wir aber noch nicht wissen welchen Abstieg wir nehmen (es gibt auch einen „schnellen“ mit
Abseilern) und Sprinter die Halbseile nicht ohne Rucksack runtertragen will nehmen wir alles mit. Im Rucksack befinden sich zwei Paar Bergschuhe, einiges an Wasser, Proviant, ein kleinerer
Rucksack und ein bisschen Kleidung. Er ist nicht superschwer, fühlt sich in der ersten Länge aber so an…. Da Sprinter vorerst der alleinige Vorsteiger ist (wir beschließen vor Ort zu
entscheiden ob ich die leichten Längen vorsteige) übernehme ich also den Rucksack.
1. SL, 6: Boah! Schon nach wenigen Metern pumpen meine Unterarme, die Länge ist steil und der Start aus einem schattigen Schneeloch ist super unangenehm. Der Rucksack zieht mich förmlich in die Tiefe, meine Finger sind klamm. Ab der Mitte habe ich das Gefühl als könnte ich keinen Zentimeter mehr klettern. Ich zittere, mit letzter Kraft erreiche ich den Stand. Mit diesem Rucksack am Rücken schaffe ich keine solche Länge mehr. Für mich, rückblickend, die Schlüsselseillänge. Sprinter und ich beschließen, vor dem Quergang die Rucksäcke aufzuteilen.
2. SL, 3: Leicht aber unübersichtlich. Sprinter übernimmt weiterhin den Vorstieg, die Seilschaft vor uns ist ein Stück oben, der erste Tscheche erreicht meinen Standplatz. Leichte Längen sind im Kaiser meistens sehr sparsam abgesichert. Auf den 30m sind nur etwa drei Sicherungen.
3. SL, 4: unwesentlich schwieriger, nur unwesentlich mehr Sicherungen.
4. SL, 6AO, technischer Quergang, meine Angstlänge: am Standplatz noch die Nachsteigerin, als sie nachzusteigen beginnt treffen schon die Tschechen ein, eindeutig die schnellste Seilschaft von uns drei. Die Nachsteigerin quält sich, blockiert sich mehrmals und ist ab der Hälfte ausgepowert. Sprinter klettert direkt nach und gibt Anweisungen. Mir ist mulmig. Die Tschechen packen das erste Mal Jause aus. Endlich, beide sind oben, ich beginne nachzusteigen. Der Anfang, kleiner überhängender Bauch, ist schwieriger als er von unten aussieht. Der Quergang selbst ist einfach, man hangelt von Sicherung zu Sicherung, was dank der Bandschlingen gut möglich ist. Ich habe ja schon reichlich Quergangerfahrung und mit meinem Können in technischer Kletterei (ha!), das ich diesmal sogar hochoffiziell anwenden darf, ist es fast ein Klacks.
5. SL, 6: die letzte schwere Seillänge (laut Topo). Die Nachsteigerin quält sich von Anfang bis Ende. Ich bezweifle mittlerweile dass die Reihenfolge der Seilschaften sehr effektiv ist.
Wir beschließen den Tschechen nach dieser Seillänge den Vortritt zu lassen und hoffen, dass unsere Vordermänner in den leichteren Längen etwas schneller werden. Sprinter klettert wieder direkt hinter der Nachsteigerin. Es dauert gefühlt ewig bis die beiden oben sind. Natürlich trifft mittlerweile wieder ein Tscheche bei mir ein. Ich steige nach, die Länge ist genial! Wenige knifflige Passagen, raue Platten, eine feine Sache. Überhaupt ist die ganze Tour sehr nachsteigerfreundlich, die Schwierigkeiten liegen eher beim Vorsteiger, der die langen Abstände zwischen den Sicherungen auch moralisch überwinden muss.
6. SL, Grasband: vom Ausstieg der 5. Länge sieht man den Einstieg in die 7. Länge nicht. Man steigt erst ein paar Meter nach oben bis zu einer Art Steig und quert dann ca. 20m nach links. Einige Meter oberhalb ist der Stand. Es macht Sinn hier ein Topo mit Wandfoto mitzuführen.
Seilschaft 1 ist beim Einstieg, der Vorsteiger startet, wir setzen uns und wollen auf die Tschechen warten. Die kommen aber nicht, und Sprinter schließt wieder direkt an die Nachsteigerin an. Kaum ist er ein paar Meter oben, treffen beide Tschechen bei mir ein…. super… Nach Ewigkeiten starte ich, die Tschechen sitzen neben dem Stand in einer Mulde und verspeisen ihre ungefähr fünfte Jause. Ich steige los, und kurz vor dem ersten Haken, unterhalb eines kleinen Bauches, bricht mir ein Griff aus. Ich schreie, ich fliege, ich lande (nach etwa 3 Metern). Die Tschechen bekommen den ausgerissen Griff ab, der landet in der Salami. Wir versichern uns gegenseitig dass alles ok ist und ich steige zittrig wieder ein. Ein Meter mehr und ich wäre ihnen auf den Kopf gesprungen…
7. SL, 5: Brüchig! Die Schwierigkeiten liegen in der Wahl des richtigen Griffes und Trittes. Besonders blöd wenn Seilschaften darunter sind. Übrigens flogen an diesem Tag ständig Steine. Ein weiterer Grund nicht einzusteigen wenn schon mehrere Seilschaften in der Tour sind. Auch der nächste Standplatz ist übersät mit losem Gestein.
8. SL, 5: Wieder quält sich die Nachsteigerin und langsam werde ich nervös. Viel leichter werden die Längen nämlich nicht und mittlerweile ist es nach 14 Uhr. Die Länge ist wieder super zu klettern, der Fels auch wieder wesentlich kompakter. Ich freue mich dass ich so zügig vorankomme und bin gleichzeitig frustriert – meine Schnelligkeit bringt mir nämlich nix außer noch längere Wartezeiten am Stand.
9. SL, 5+: Wir stehen zu dritt am Stand und Sprinter und ich beschließen jetzt endgültig die Tschechen vorzulassen. Kostet uns zwar nochmal ein paar Minuten aber vielleicht haben sie so die Chance ganz vorrücken zu dürfen. Die Seillänge startet knifflig, zusätzlich donnern immer wieder Steine von oben herab. Meine Füße tun langsam weh, es ist 16 Uhr und ich bin seit sechseinhalb Stunden in den Kletterschuhen. Gefühlte Stunden später klettere ich als letzte die Länge nach und kann am Standplatz meinen Frust kaum mehr verbergen. Die Tschechen durften auch Seilschaft 1 überholen und sind nun schon ein Stück oben.
10. SL, 5: Es wird langsam leichter, schneller werden wir trotzdem nicht. Das klettern macht wenig Spaß wenn zwischen den Längen immer 20 Minuten Wartezeit liegen. Schade, auch diese Länge ist eigentlich tolle Plattenkletterei.
11. + 12. SL, 4: zwei tatsächlich leichte Längen, wir kommen zumindest voran. Es ist nach 17 Uhr.
13. SL, 5: erst leicht, dann kurz etwas schwerer einen recht glatten Pfeiler hinauf. Wieder warte ich ewig. Sprinter ist jetzt immer knapp hinter der Nachsteigerin und gibt Tipps. Ich kann nicht glauben wie langsam wir sind.
14. SL, 4: anstatt die schwere Originalroute zu klettern wählt der Vorsteiger von Seilschaft eins die leichtere brüchige Variante rechts. Sicher eine gute Entscheidung, trotzdem kommen Sprinter und die Nachsteigerin nur im Zeitlupentempo weiter. Wieder verbringe ich endlose Minuten alleine am Stand. Auf die Uhrzeit schaue ich lieber gar nicht.
2 Schrofenlängen: Die letzten 2 Längen (bei uns eine, Sprinter klettert durch) starten links über eine kleine Rampe und dann irgendwie nach oben. Sicherungen gibt es keine. Gelände ist so 3+ und sehr bröckelig und teils steil. Hier einfach die einfachste und kompakteste Möglichkeit wählen. Seilfrei ist hier nicht ratsam, wobei der Vorsteiger, zwecks fehlender Sicherungen, im Prinzip tatsächlich seilfrei klettert. Selber absichern ist schwierig, es gibt kaum vertrauenswürdige Abschnitte. Schrofen schauen bei mir anders aus. Kletterschuhe besser anlassen.
Hurra, wir sind oben. Uhrzeit: 19:30!
Abstieg: Das Panorama ist genial, meine Laune im Keller. Anstatt nun gemütlich und verdient den Gipfel zu genießen müssen wir uns beeilen. Erst geht es nämlich noch über den Grat bis auf die Kopfkraxe (20min) und dann den wirklich steilen und unangenehmen Steig hinab bis zum Wasserfall (60 -70 min). Dieses Gelände möchte ich nicht im Dunkeln gehen! Wir haben zwar eine Stirnlampe mit aber im Dunkeln braucht man hier sicher doppelt so lang. Ich stapfe konzentriert abwärts und wir erreichen den Wasserfall tatsächlich noch im Hellen. Der Rest des Weges ist dann nicht mehr tragisch.
Das Auto erreichen wir um 22 Uhr….
Fazit: Ein tolles Unternehmen für konditionsstarke Kletterer die kein Problem mit teils sehr dürftiger Absicherung haben. Die Kletterschwierigkeiten halten sich, bis auf die erste Länge, in Grenzen. Eine insgesamt lange Tour, mehrere Seilschaften sind auch aufgrund des Steinschlags nicht angenehm. Wir haben beschlossen zukünftig in solchen Situationen schneller zu reagieren: dürfen wir überholen? Wenn nicht würde ich das nächste Mal die Tour abbrechen und etwas anderes gehen. Der Vorsteiger ist moralisch gefordert, aber auch der Nachsteiger sollte den Kletterschwierigkeiten gewachsen sein! Ins Dunkle kommen ist in dieser Tour nicht empfehlenswert!
Topo: bergsteigen.com
August 2017
Nach einer Woche voll mit alpinen Unternehmungen ist das Wetter immer noch zu schön um einen Ruhetag einzulegen. Wir beschließen, unsere Sportwoche mit einer kurzen Tour am Treffauer abzuschließen. Hier ist der Zustieg deutlich kürzer als zu den Touren am Kraxengrat, wir verlassen lange vor dem Wasserfall den Weg und queren über eine kurze Schotterreise hinüber.
Die Abenteuertour startet mit einer gemütlichen Länge. Die nächste Länge ist (zumindest laut Topo) die Schlüsselseillänge und führt ziemlich steil auf einen Pfeiler. Meine persönlichen Schlüsselseillängen kommen jetzt: ein Kamin. Sprinter liebt Kamine, meine Kaminklettertechnik ist aber nicht sonderlich ausgefeilt, ausspreizen ist ja noch ok aber dann auch weiterzusteigen…. Allerdings ist der Kamin wirklich gut gesichert. Anschließend geht es über eine Art Grasrampe quer hinüber. Die folgende 5+ Stelle ist nur ein Zug, und schon kommt wieder ein Stand. Nun kommt die obligatorische Wasserrillenplatte die wirklich toll zu klettern ist (deutlich leichter als z.B. in der „Kunterbunt“). Eine letzte Länge, und wir sind oben.
Abstieg: abseilen (teils überhängend)
Fazit: eine extrem abwechslungsreiche und kurzweilige Tour! Man findet hier fast alles was einem in Alpintouren so begegnen könnte: steile Platten, Kamine, (leichte) Quergänge und Wasserrillen. Eine tolle Unternehmung für den Herbst, dann ist die Gegend rund um die Multerkarwand ein Traum.
Topo: bergsteigen.com